AC1 Pritsche Bordwände

AC1 Pritsche Bordwände

Beitragvon oldipart » 12. Februar 2017, 11:35

Hallo Ape-Freunde,

bei mir reift zunehmend der Wunsch, die Pritsche meiner AC1 "originaler" zu gestalten. Hierzu plane ich die Pritschenwände aus glatten, unverbeulten Blech und U-Profilen nachzubauen.

Nur ... wie bekomme ich die Profilierung in die Blechplatten? Kann man sowas mit einer Form hineindengeln?

Für jeden Tipp wäre ich dankbar ....

Gruß,
Dietrich
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Re: AC1 Pritsche Bordwände

Beitragvon Toni sein Herrchen » 12. Februar 2017, 12:28

Jap das geht sogar recht leicht bei diesem blech.

Du brauchst zunächst eine holzplatte die mindestens so dick ist wie die sicken tief, (ich schätze mal so 1 cm) und so groß wie das blechteil was du darauf legst, denn du musst das blechteil genau ausrichten.

anschließend würde ich eine art "Stempel" aus holz bauen, also ein Holzstück so formen dass es genau in die Mulde einer originalen Sicken passt.
Zum genauen positionieren der Sicken braucht der stempel einen rechteckigen holzrahmen um zum einen die genaue lage des abdrucks und zum anderen die seitenlage des stempels immer gleich zu halten.

in der Bodenplatte musst du die 9 sicken pro Seite aufzeichnen und ausschneiden, sodass wenn die Blechpatte auf der Holzplatte liegt genau da wo die sicke von oben mit dem stempel druchgehauen werden auch die löcher in der platte sind.

um dem Metall zwischen Bodenpaltte und stempel genügend platz zu geben müssen die Ausschnitte/Löcher in der Bodenplatte mindestens um die doppelte dicke des stahlblechs breiter und länger sein.

Wenn der stempel (also die nachgebaute sicke ) also sagen wir mal 5cm breit und 25cm lang ist und du hast ein 0,8er( 0,8 mm standart karosserieblech) Blech, muss der Ausschnitt in der Bodenplatte mindestens 5,2 cm breit und 25,2 lang sein damit sich das Blech zwischen stempel und grundform legen kann.

Wenn du bodenplatte und blech dann deckungsgleich übereinander gelegt hast musst du natürlich wissen wo die löcher in der grundplatte sind sodass du den stempel genau darüber platzierst um dann sicke für sicke durchzuschlagen. der stempel sollte zudem einen anschlag haben damit alle sicken gleich tief werden.

hört sich aber schlimmer an als es ist, ich habe die technick schon öfter im einsatz gesehen, wenn man genau arbeitet und alles richtig vermessen hat,ists wie aus dem werk -18

Ich hab versucht das ganze mal im querschnitt aufzuzeichnen:

Bild

grüße
ALex

Wenn
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Re: AC1 Pritsche Bordwände

Beitragvon oldipart » 12. Februar 2017, 14:35

Hallo Alex,

das hört sich ja spannend an. Ich hätte jetzt nicht gedacht das ein Stempel aus Holz ausreicht. Ich hatte die zig-Tonnen Pressen hier aus dem VW-Werk im Hinterkopf.....

Werde die Tage mal an einem Probestück testen, ob mir soetwas gelingt.

Vielen Dank für die umfangreiche Anleitung!

Dietrich
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Re: AC1 Pritsche Bordwände

Beitragvon Toni sein Herrchen » 12. Februar 2017, 15:05

Es kommt ja immer auf die zu bearbeitende Fläche an, je mehr sicken du auf einmal drücken musst , desto mehr kraft braucht es logischerweise.
Im werk hatte logischerweise niemand zeit sicke für sicke einzuhauen, deshalb brauchte die Presse logischrweise auch die 9-fache kraft um alle sicken auf einmal drücken zu können.

Ein weiterer vorteil ist dass die sicken nicht so tief sind, denn wieder gilt; je mehr dass material gestreckt werden muss desto mehr kraft ist erforderlich. Die sicken der Ac1 pritsche sind aber weder besonders groß noch tief, ein holzstempel sollte deshalb genügen.

Sollte die kraft nicht ausreichen gäbe es auch noch eine weitere variante: eine Holzplatte mit ausschnitten für die sicken in gewünschter sickentiefe auf eine glatte hartholzplatte schrauben oder kleben und die Sicken von oben mit einem Treibhammer auf die feste untere Platte durchschlagen.

Ist allerdings bei weitem nicht so sauber wie die obere Methode und die sicken werden von der form her eher eckig und nicht so schön gerundet wie die originalen.

Bild

Dazu bitte mal diesen Film gucken: Start bei Mintute 6:28 da ist es sehr schön gezeigt:

https://youtu.be/WB3s8NcSl7g?t=6m28s

Grüße
Alexander
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Re: AC1 Pritsche Bordwände

Beitragvon oldipart » 18. Februar 2017, 13:06

So ich habe die Zeit genutzt um ein wenig in Sachen Bordwandrekonstruktion weiterzukommen.

Ein 0,8 mm Probeblech aus dem Baumarkt [Cool.gif] habe ich versucht mit Sicken zu versehen.

Als Holzstempel habe ich einfach ein Palisadenholz aus dem Baumarkt [Cool.gif] verwendet. Als Schablone eine Hartholzleimplatte. In diese habe ich mit der Stichsäge die Sickenkonturen hineingesägt.

Anschliessend habe ich das Blech eingespannt (mit 2 Schraubzwingen) zwischen dieser Schablobenplatte und einer weiteren mit einem größeren Ausschnitt versehen Hartholzplatte.

Dann mit einem Fäustel und dem vorher abgelängten Palisadenstempel die Sicken einzeln hineingeschlagen. Das ging soweit ganz gut.

Die Genauigkeit ist würde ich sagen "im Milimeterbereich" - nicht ganz perfekt.

Für die richtige Bordwand würde ich gerne 1 mm Blech nehmen - ich hoffe das dengelt sich auch noch so gut. Der Weichholstempel hats jedenfalls recht gut überstanden. Auch würde ich für die Bordwand eine vollständige Schablone sägen und das Blech damit verschrauben - zur Arretierung.

Zeitaufwand für das bisherige Ergebnis: 1 Std. Schablone sägen - und ca. 1 Std. dengeln.

Gruß,
Dietrich
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Re: AC1 Pritsche Bordwände

Beitragvon Toni sein Herrchen » 18. Februar 2017, 15:13

Wow, das ist mal schnell und perfekt umgesetzt 98798 , ich bin begeistert und das Ergebnis ist von der Qualität denke ich schon mit der von piaggio zu vergleichen, die ja nun damals das Wort Genauigkeit auch nicht gerade erfunden haben... [Alvarin_33.gif]

Das mit dem Millimeterblech wird allerdings denke ich schon eine ecke schwerer,das habe ich persönlich noch nie versucht, wenns klappt, wäre es aber natürich bei einer Ladefläche schon sinnvoller als das standart Karrossierieblech.

Zwei kleine Ideen noch meinerseits:

1.Es sieht auf den Bildern so aus als wenn die Holzstücke an den enden nicht ganz abgerundet, sondern nur angefast wären, das würde ich auf jeden Fall für gute Sickenenden noch machen.

2. Für eine gleichmäßige Einschlagtiefe und etwas mehr Präzision beim einschlagen würde ich den runden stempel längs durchschneiden und die obere Hälfte durch ein rechteckiges holzstück ersetzen.

Ich bin mal gespannt wie die Ladefläche wird, was ich bis jetzt sehe ist ja schon mehr als vielversprechend -613

Grüße
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Re: AC1 Pritsche Bordwände

Beitragvon Karlchen » 19. Februar 2017, 11:44

Hallo ihr zwei,
allergrößten Respekt wie ihr das angeht. Das läßt einen ja nachdenken es selber
auch zumachen. Wie stark ist das Blech eigentlich ab Werk?
Bin auf alles gespannt wie das weiter geht.

Gruß Udo [Good.gif]
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Re: AC1 Pritsche Bordwände

Beitragvon Karlchen » 20. Februar 2017, 16:10

Hallo nochmal,
habe von dem Projekt "meinem" Matthias erzählt und der meinte man sollte
Tiefziehblech verwenden DZ 04 bei der Firma Stahlgruber. Es läßt sich wohl
wesendlich besser verarbeiten so dreißig % bessere Dehnung und ist erst
nach der Bearbeitung so richtig fest.

Gruß Udo
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Re: AC1 Pritsche Bordwände

Beitragvon oldipart » 26. Februar 2017, 11:21

Neues zur AC1-Pritschen-Recreation:

Die neue nach Originalvorlage entstandene Bordwandpritschenschablone ist fertig.
Das war jetzt doch etwas aufwändiger.

Auch die U-Profile sind geliefert worden - jetzt warte noch auf die Lieferung der Bordwandbleche. In 1 mm Dicke - ich hoffe das klappt.

Das ist alles ziemlich günstig - U-profil 25 x 25 x 1500 mm = 2,95 das Stück
Bordwandblech in 1 mm Stärke 300 x 1250 mm = 3,25 das Stück.

Gruß,
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Re: AC1 Pritsche Bordwände

Beitragvon Rockawilly » 26. Februar 2017, 17:46

Das schaut ja vielversprechend aus! [Good.gif]

Bin schon gespannt wie das fertig aussieht...
[X] Hier Nagel einschlagen für neuen Bildschirm!
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